Dante Alighieri: Die göttliche Komödie

DanteEinen Roman zu lesen ist eine Sache. Eine flüssige Schreibweise ist meist ein Qualitätsmerkmal. Wenn ich nach 50 Seiten immer noch nicht drin bin, lege ich das Buch meist zur Seite. Ein einziges Mal habe ich einen hochgelobten Roman weitergelesen und das auch bereut. Mir tat die Zeit leid, die ich dafür verwendet habe.

Lyrik ist eine andere Sache. Diese Klassiker zu lesen, ist wirklich zu beginn nicht ganz einfach. Aber es ist der Mühe wert. Die Sprache ist deutlich aus einer anderen Zeit, dazu aus einem anderen Land, aber sehr gut übersetzt. Zu Beginn habe ich viele Passagen laut gelesen, um in den Rhythmus hinein zu kommen. Das hat mir sehr geholfen. Wenn man sich erst mal reingelesen, beginnt man zu verstehen, warum über die Jahrhunderte hinweg nichts von seiner Faszination verloren hat. Allein das war für mich unglaublich, ein Text, der aus dem 14. Jahrhundert stammt, über 600 (!) Jahre alt.

Je mehr ich las, umso spannender wurde der Inhalt für mich. Ich verstand auf einmal auch, warum Dan Brown für seinen jüngsten Roman auf Dantes Spuren gewandert ist.

Keine Frage, leicht zu lesen ist das Buch nicht. Es ist schwerere Kost als ein leichter Liebesroman, aber der Aufwand lohnt sich ganz gewiss. Viel-Leser traut euch. Ich habe es auch getan und nichts bereut.

 

ISBN 978-3-7175-2460-1

Verlag: MANESSE

Mehr Infos zum Buch finden Sie auf der Homepage von RANDOMHOUSE.

Inhalt:

Die «Divina Commedia» ist der Klassiker der italienischen Literatur schlechthin und zugleich ihr grandioser Auftakt. Die bei Manesse erschienene, reich kommentierte Übersetzung von Ida und Walther von Wartburg wird von vielen begeisterten Lesern als Referenzausgabe dieses epochalen Wurfs geschätzt. Dank einer klaren, getreuen Textwiedergabe im Deutschen samt erhellenden Erläuterungen erschließen sich Dantes Werk und Welt hier in ihrer ganzen Fülle. Ein Buch, das man gelesen haben muss: Die Neuausgabe in attraktivem Format, augenfreundlichem Satzbild und mit 48 Illustrationen von Gustave Doré ist die ideale Gelegenheit für alle, die sich die Lektüre der «Göttlichen Komödie» seit langem vorgenommen haben.

Nicholas Spark: Wo wir uns finden

SparkNach längerer Zeit habe ich mich mal wieder an einen guten Schmöker gemacht. Und ich war wirklich begeistert. Nicholas Sparks versteht es großartig, seine Leser zu fesseln.  Die Geschichte ist hinreißend und hat mich zu Tränen gerührt. Man kann gar nicht anders als mitzufühlen und mitzugehen. Mit diesem Buch ist ihm – mal wieder – eine wirklich gute Unterhaltung gelungen.

Teilweise ist das Buch auch sehr erotisch. Ich mag geschilderte Sexszenen in Büchern eigentlich gar nicht besonders, weil es meist wirklich nur um Sex geht. Sparks schafft es allerdings, dass es erotisch bleibt. Kleine, aber feine Unterschiede.

Dieses Buch kann ich nur jedem Bücherfreund ans Herz legen. Gerade in der bevorstehenden kalten Jahreszeiten braucht man immer und wieder etwas Herzerwärmendes.

Ein unbedingt empfehlenswertes Buch!!!

 

 

ISBN: 978-3-453-27173-9

Verlag: Heyne

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Inhalt:

Die 36-jährige Hope Anderson steht vor schicksalhaften Entscheidungen. Sie ist seit mehreren Jahren mit ihrem Partner zusammen, weiß aber nicht, ob er wirklich die Liebe ihres Lebens ist. Zusätzlich wurde bei ihrem Vater gerade eine tödliche Krankheit diagnostiziert, was schwierige Fragen für ihre eigene Zukunft aufwirft. Kurz entschlossen nimmt sich Hope eine Woche frei und zieht sich in das idyllische Strandhaus der Familie zurück, um Klarheit in ihr Leben zu bringen. Doch dann trifft sie den sympathischen Abenteurer Tru, der alles durcheinanderwirbelt. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, sie verbringen herrliche romantische Tage miteinander. Aber beide stehen unter dem Druck familiärer Verpflichtungen, die ihrer Beziehung entgegenstehen. Und so drohen Hope und Tru sich zu verlieren, bevor sie sich noch richtig gefunden haben …

Pieter Bruegel – Das vollständige Werk

pbEinige Werke Bruegels sind mir schon von Kindheit an vertraut. Damals haben Sie mir Angst eingeflößt… Heute – besonders bei der Lektüre seines Gesamtwerkes – bin ich einfach nur beeindruckt.  Während von Werken einiger anderer großer Künstler einige zu Weltruhm gelangt sind, sind deren andere Arbeiten kaum bekannt. In guten Kunstbüchern findet man eine vollständige Auflistung. Wenn man sich diese Werke betrachtet, versteht man, dass sie nicht den gleichen Stellenwert erreicht haben. Bei Bruegel geht es mir ganz anders. Ich bin fasziniert, mit viel Liebe zum Detail, mit welchem Fachwissen über z.B. Bildkomposition er seine Werke geschaffen hat. Und bei allen kann ich sagen: Ein wirklich großartiger Künstler. Die Bilder wirken auch überhaupt nicht veraltet, sondern könnten genau so auch in heutiger Zeit entstanden sein.

Mit seinem Lebenswerk hat Bruegel der Nachwelt auch vieles hinterlassen. Zu seiner Zeit gab es keine Fotoapparate und keine Kameras, die das Leben dokumentiert hätten. Dafür aber Künstler wie eben er. Bruegel erzählt mit seinen Bildern Geschichten, liefert in seinen Wimmelbildern Berichte vom Zeitgeschehen. Mit einer solchen Präzision, dass Historiker und Geschichtsinteressierte viele Rückschlüsse auf die damalige Zeit ziehen können. Besonders der Leben der einfachen Bauersleute wird sehr genau gezeichnet. Da verschönt er auch nichts, sondern stellt einiges noch stärker heraus. Lässt die Figuren oft plump wirken. Gerade Unschönes, Hässliches wirkt bei ihm oft eher humorvoll.

Bruegel dokumentiert aber nicht nur, durch seine Bilder kommentiert er auch. Seine Figuren haben Charakter. Selbst wenn die Gesichter nur schemenhaft zu erkennen sind, drückt er damit viel aus. Nicht immer sind die Gemälde einfach zu deuten. Dazu bedarf schon mehr Hintergrundwissen. Wie schön, dass es dafür diese wunderbaren Bildbände aus dem Taschenverlag gibt. Erst durch die wunderbaren, aufschlussreichen Bilderklärungen konnten sich mir viele Bilder wirklich erschließen.

Mein Lieblingsbild ist das auf den Dopppelseiten 200/201. Eigentlich nur ein Bildausschnitt, aber so sehr gut gefällt. Die Farben – das Türkisblau des Himmels und der Landschaft im Hintergrund, das Ockergelb der Häuser im Hintergrund wirken unglaublich harmonisch. Auch bei vielen in beige-braun gehaltenen Bildern bin ich als Hobbymalerin von der Wirkung dieser Farbkomposition beeindruckt.

Ein großartiges Buch über einen großartigen Künstler. Dieser Bildband ist wunderschön, sehr lehrreich und wirkt sehr edel.

 

ISBN 978-3-8365-5688-0
Mehr Infos zum Buch gibt es auf der Homepage des TASCHEN-Verlages.

 

Inhalt:

Bis heute geben Leben und Werk Pieter Bruegels d. Ä. (um 1526/30–1569) Rätsel auf. Das Zeitalter des flämischen Künstlers ist geprägt von religiösen und politischen Konflikten. In seine Lebensjahre fallen die Konfessionskriege, der Beginn der grausamen Herrschaft des Herzogs von Alba als Statthalter der Spanischen Niederlande und die Gräuel der Inquisition.

Das vorliegende Buch offenbart Bruegel als einen Künstler, der sich mutig mit seiner Zeit auseinandersetzte und durch eigene Denkansätze zu neuen Bildfindungen und Lösungen gelangte. Er verklärte die Wirklichkeit nicht, sondern thematisierte die Grausamkeit der Religionskriege und zeigte sich kritisch gegenüber dem Alleinvertretungsanspruch der katholischen Kirche. Geschickt verbarg Bruegel seine politischen und religiösen Ansichten hinter einer überaus subtilen, anspielungsreichen Bildsprache, die sich insbesondere in seinen Wimmelbildern manifestiert und den Betrachter dazu reizt, die versteckten, hintergründigen Botschaften in den scheinbar harmlosen Alltagsszenen zu entdecken.

Während die frühe Forschung den volkstümlichen Charakter von Bruegels Malerei und Grafik betonte, stellen aktuelle Untersuchungen den humanistischen Gehalt seines Schaffens ins Zentrum. Die Anfänge des Malers gehen mit seiner Arbeit für den Verleger Hieronymus Cock einher. Bruegel entwarf zahlreiche originelle und grafische Bilderserien, die mit Erfolg in ganz Europa vertrieben wurden. Zu Darstellungen von Tugenden und Lastern gesellten sich lebhafte Bauernfeste sowie eindrucksvolle Landschaftspanoramen. Im Laufe seiner Karriere konzentrierte sich Bruegel immer stärker auf die Malerei und schuf vor allem Werke für die kulturelle Elite Antwerpens und Brüssels.

Eine eigens für diese Monografie durchgeführte Fotokampagne zeigt in Gesamtaufnahmen sowiegroßartigen Details das Werk dieses Ausnahmekünstlers in nie zuvor gesehener Nähe. Alle 39 Gemälde, 65 Zeichnungen und 89 Kupferstiche werden ausführlich behandelt und offenbaren Bruegel als zeitkritischen Künstler und ebenso scharfsinnigen wie unterhaltsamen Kommentator einer von politischen, sozialen und religiösen Umbrüchen geprägten Zeit.

Anlässlich seines 450. Todestages und der weltweit ersten monografischen Ausstellung im Wiener Kunsthistorischen Museum wird das Werk Bruegels hier nun bis in das kleinste Detail erfahrbar.

 

Prof. Dr. Johannes Huber: Es existiert

esDieser Professor ist toll. Er versteht es, dieses komplexe und eigentlich auch schwierige Thema auf eine gut verständliche Ebene herunterzubrechen. Genial. Alles ist so gut verständlich und logisch auf einen einfachen Nenner gebracht.

Wissen z.B. über Quanten wird auf einmal verständlich. Richtig schwierige Kost ist so gut vorgekaut, dass man sich für diese Themen einfach begeistern muss. Zumindest mir geht es so. Professor Huber ist für mich so etwas wie ein Universalgelehrter, steht zwischen hochwissenschaftlichen Erkenntnissen, normalem Menschenverstand und die über Jahrtausende gesammelten Weisheiten der Menschheit. Denn nur wem es gelingt über seine Grenzen zu blicken, wird die Zusammenhänge erkennen. Das ist eigentlich der Tenor seiner vielen Themen.

Esoteriker sind nicht zwangsläufig weltfremde Spinner; Forscher lernen auch gerade erst, über Tellerrand zu blicken und nicht nur Messbares anzuerkennen. Vielleicht würde der eine oder andere Forscher anmerken, dass es zu sehr vereinfacht ist. Aber erst  jemand, der verstanden hat, um was es geht, kann das in dieser Form auch an seine Leser weitergeben.

Toll finde ich es auch, dass man dieses Wissen schon in Taschenbuchform bekommen kann und nicht unbedingt teuere Fachbücher kaufen muss.

Ein wunderbares Fachbuch, das man kaum aus der Hand legen kann.

 

 

ISBN: 978-3-442-22232-2

Mehr Infos zum Buch gibt es auf der Homepage von RANDOMHO’USE.

Inhalt:

30 Wochen lang auf der Bestsellerliste in Österreich.

Wir haben es schon immer gespürt: Menschen haben eine Aura, die sich fühlen lässt, Selbstheilung ist keine Illusion und manchmal scheint es, als hätten wir tatsächlich einen Schutzengel. Von der Wissenschaft bisher belächelt und in die esoterische Ecke verbannt, bestätigt die aktuelle Forschung solche subjektiven Phänomene. Ausgehend von diesen neuen Erkenntnissen aus Quantenphysik, Epigenetik und Neurowissenschaft, kommt der Mediziner und Theologe Johannes Huber zu aufregenden Schlüssen, die uns eine faszinierende Ahnung geben von den zukünftigen Möglichkeiten des Menschen: Wir werden älter und fähig sein, uns selbst zu heilen, werden wortlos, nur mit dem Herzen kommunizieren und mit dem Kosmos verbunden sein.

 

 

 

 

 

 

Pierre Joseph Redouté: The book of flowers

FlowersSchon eine einfache Kartoffelrose stellt Redouté so künstlerisch schön dar, dass es eine Freude ist, die Pflanzenillustrationen zu betrachten. Egal, ob es sich um Lilien oder Rosen handelt, die Vielfalt der Blumen ist phänomenal.  Redouté hat jedes noch so kleine Pflänzchen mit ganz viel Liebe zum Detail gemalt. Und so naturgetreu, dass er auch nicht darauf verzichtet hat, Beschädigungen zum Beispiel in einem Lilienblatt, auch zu zeigen.

Ich besitze auch einige China-Bone-Tassen mit Redouté-Motiven. Die hege und pflege ich schon seit vielen Jahren, weil die Malereien dieses französischen Malers bis heute nichts von ihrer Schönheit verloren haben. Als ich meinem Mann dieses Buch gezeigt habe, meinte er die Blumen riechen zu können. Das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber Redouté gelingt es auf jeden Fall, die Blumen vor unserem Auge lebendig werden zu lassen. Zumindest dann, wenn sie einem so hochwertigen Buch entspringen, wie es bei dem vorliegenden der Fall ist. Kein Wunder, dass mein Mann mir schon den Vorschlag machte, die Bilder herauszutrennen und zu rahmen. Von ausreichender Qualität wären die Reproduktionen sicherlich. Ich habe dieses wunderbare Buch aber schnell in Sicherheit gebracht.

Im Buch erfährt man einiges über den Maler und sein Umfeld. „Sein“ Umfeld ist vielleicht etwas übertrieben. Es war das der französischen Königin Marie Antoinette Kaiserin Josephine. Der großen Liebe Napoleons, die er aber verlassen musste, weil sie ihm keinen Thronfolger schenkte. Geschichte wird durch dieses Buch spannend und lebendig.

 

ISBN 978-3-8365-6893-7
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

Mehr Infos zum Buch finden Sie auf der Homepage des TASCHEN-Verlages.

 

Inhalt:

Pierre-Joseph Redouté stand hoch im Kurs. Der offizielle Hofmaler von Königin Marie-Antoinette (die ihn angeblich einmal um Mitternacht herbeizitierte, um einen Kaktus zu porträtieren) und spätere Liebling von Josephine Bonaparte brachte Blumen in die allerhöchsten Kreise und setzte den chaotischen Umwälzungen der Französischen Revolution die Anmut seiner perfekt gezeichneten Blüten entgegen.

Dieser Band vereint sämtliche Farbstiche aus Redoutés Meisterwerken Les Roses (Die Rosen) und Choix des plus belles fleurs (Auswahl der schönsten Blumen), ergänzt um die schönsten Tafeln aus Les Liliacées (Die Lilien) und beschwört die vergangene Schönheit Pariser Gewächshäuser und Gärten herauf.

 

 

 

Mark Kistler: In nur 30 Tagen zeichnen lernen

30Mark Kistler hat genau den richtigen Ansatz, um Menschen das Zeichnen beizubringen. Er ver-kompliziert nicht, sondern zeigt, wie man auf möglichst einfache Weise schon nach kurzer Zeit erfolg haben kann. Dieser Erfolg ist schnell sichtbar. Hinzu kommt, dass durch den Lehrer Kistler auch reichlich Lob kommt. Ein guter Pädagoge. Und was mir besonders gut gefällt: Er zeigt nicht nur seine eigenen Werke, sondern erwähnt und zeigt ausgiebig die seiner Schüler. So einen Lehrer hätte ich mir auch gewünscht. In dem Moment, wo man begriffen hat, auf was er hinaus will, wie  das Gesehene umgesetzt werden kann, beflügelt der Erfolg auch dazu weiterzumachen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand, der dieses Buch durchgearbeitet hat, aufhört zu zeichnen und zu malen. Im Gegenteil. Mark Kistler bietet mit diesem Praxiskurs ein Sprungbrett – vielleicht für eine spätere Karriere in diesem Bereich. Auf jeden Fall aber für ein Hobby, das ganz viel Freude bereiten kann.

Ein sehr, sehr hilfreiches Buch für Anfänger, aber auch Fortgeschrittene finden einiges zum Nachschlagen. Zum Beispiel beim Thema Perspektive.

 

ISBN 978-3-96093-178-2

Mehr Infos zum Buch gibt es auf der Homepage des EMF-Verlages.

 

Inhalt:

In nur 30 Tagen zeichnen lernen – geht das überhaupt? Aber natürlich! Dieser zeichnerische Grundkurs macht mit seinen Schritt−für−Schritt−Anleitungen innerhalb kürzester Zeit aus jedem einen Zeichenprofi. Auf einfache Weise werden dabei die Grundlagen vermittelt, um wirklich zeichnen zu lernen. Egal, ob es um Perspektive, Schatten, Schattierung oder plastisches Zeichnen geht: Stets werden die grundlegenden Techniken Schritt für Schritt vermittelt, um schon bald sicher mit dem Bleistift umgehen zu können. Das Buch versteht sich dabei nicht nur als Grundkurs, sondern als Praxiskurs mit vielen wertvollen Tipps. Es hat das Zeug zum Standardwerk. Grund genug, es sich sofort zu holen.

 

 

 

 

Tom Rachman: Die Gesichter

Tom

In diesen Roman kann man sich gut einfühlen. Die Beziehung zwischen Kind und Eltern ist immer wieder neu, immer wieder spannend. Besonders dann, wenn es sich um so spannende Charaktere handelt, wie in diesem Roman beschrieben.

Wer von uns hat das nicht erlebt, dass die Eltern irgendeine – für sie nebensächliche – Bemerkung rausgelassen haben, die uns prägt und jahrzehntelang verfolgt. ‚Um wieviel mehr ist der Einfluss größer, wenn es sich um einen so egozentrischen Menschen wie BearBavinsky handel, Egozentrisch, aber  nicht böse.

Der Autor gewährt auch einen Einblick in die Künstlerszene.  Einmal geht es um Geld, einmal um die Kunst, immer um Einfluss.  Für den Außenstehenden ist es oft nicht klar ersichtlich, ob es sich um einen wirklich großen Künstler handelt oder um einen „normalen“ Künstler, der sich gut verkauft und seiner Umwelt das Gefühlt gibt, dass er wertvoll und wichtig ist.

Das Thema Kunst kann natürlich durch irgendeinen anderen Bereich ausgetauscht werden, in dem der Vater erfolgreich ist und seinen Kindern das Gefühl von Wichtigkeit seiner Person verleiht. Ein Kind fühl sich angezogen und will ihm nacheifern, das andere fühlt sich zurückgesetzt.

Tom Rachmann beschreibt alle Figuren so warmherzig, dass man fast das Gefühl hat, auch ein Teil dieser Großfamilie zu sein.  Man kann sich in jeden einfühlen. Bei der Lektüre habe ich einen Film in meinem Kopf abspielen sehen.

Dieses Buch nimmt jeden mit. Der Roman ist psychologisch sehr gut aufbereitet und hat mich mitgenommen.

Sehr empfehlenswert. Besonders für alle, die in einer schwierigen Eltern-Kind-Beziehung stecken oder steckten.

 

 

ISBN 978-3-423-28969-6

Mehr Infos zum Buch gibt es auf der Homepage des Verlages DTV.

 

Inhalt:

Ein gefeierter Künstler, ein liebender Sohn, eine Suche nach dem eigenen Leuchten

Mit einer einzigen beiläufigen Bemerkung wischt Bear Bavinsky (gefeierter Maler, zahlreiche Ex-Frauen, siebzehn Kinder) jede Hoffnung seines Lieblingssohnes Pinch beiseite, auch nur halb so viel Talent zu haben wie er. Desillusioniert zieht es Pinch raus in die Welt, in Kanada versucht er sich an einer Biografie über Bear, als Italienischlehrer in London hat er es fast geschafft zu vergessen, dass auch er einmal Großes vorhatte. Seine wahre Begabung findet er schließlich doch noch, und er schmiedet einen schier unmöglichen Plan, nicht nur sein eigenes Leuchten zu entfalten, sondern auch das Andenken seines Vaters zu retten.

Kann man gleichzeitig ein gefeierter Künstler und ein liebender Vater sein? Muss ein Sohn seinen Eltern verzeihen, nur weil sie bedeutend sind? Tom Rachman hat einen elektrisierenden und immer wieder auch nachdenklich stimmenden Roman geschrieben über das Streben nach Anerkennung – im Leben und in der Kunst.