Jürgen von der Lippe: Nudel im Wind

Jürgen von der Lippe bleibt einfach der, der er ist.

Im ersten Moment, als ich hörte, dass von der Lippe ein Buch geschrieben hat, habe ich mich schon darauf gefreut. Und dann habe ich überlegt, welche Art von Buch das wohl sein wird. Als ich den Titel dann las, war mir alles klar.

Hätte er über ein ganz ernsthaftes Thema oder vielleicht einen Liebesroman geschrieben. Naja, der hätte schon ziemlich, ziemlich gut sein müssen. So allerdings hat mich den bekannten von der Lippe aber wieder und damit war ich sehr zufrieden.

Jürgen von der Lippe ist einfach ein intelligenter und witziger Erzähler – und jetzt kann ich auch sagen: Autor. Ich habe ihn während der ganzen Lektüre reden gehört. Besonders gut haben mir auch die Reaktionen seiner Frau gefallen, die manchmal so völlig überraschend auftauchten.

Am Anfang hatte ich gedacht, ob ich mir viele alle Protagonisten des Buches merken kann, er hatte sie mit kleiner Beschreibung nämlich am Anfang des Buches aufgelistet. Aber das ist ganz und gar keine Problem. Sie fließen wirklich ganz selbstverständlich in den Inhalt ein.

Die Inhalt ist – wie zu erwarten – witzig und sehr unterhaltsam. Schon auf den ersten Seiten musste ich laut loslachen. Ich würde gern noch viel mehr von ihm lesen.

Ein unglaublich unterhaltsames Buch für alle die den Humor von Jürgen von der Lippe mögen! Ich habe es verschlungen.

ISBN 978-3-328-60077-0

Mehr Infos zum Buch gibt es auf der Homepage von RANDOMHOUSE.

Inhalt:

Besser gut abgehangen als zu früh gekommen: Jürgen von der Lippes Romandebüt

Neulich sagte meine Frau zu mir: «Warum schreibst Du nicht endlich mal was mit Niveau? Ich würde gerne mal eine welthaltige, vielschichtige Romanhandlung von Dir lesen, ein Panoptikum an Figuren, eine ausgebuffte Mischung aus Action und Reflexion, Gesellschaftskritik und psychologischem Tiefgang, vielleicht sogar auch eine raffiniert eingebaute Krimihandlung, meinetwegen gern auch mit ein bisschen geschmackvoll beschriebenem Sex gewürzt, mach doch, Du kannst das!» Und ich setzte mich an mein Notebook und schrieb: «Ich möchte Ihnen eine ziemlich unglaubliche Geschichte erzählen. Ich weiß, das ist kein glücklicher Anfang für ein Buch, das seine Leser vom ersten Satz an in den Schwitzkasten nehmen und bis zum letzten Wort nicht mehr rauslassen soll. ‹Sie hatten ihm die Kehle durchgeschnitten und ihn dann im Urinal ausbluten lassen› ist da schon ein anderes Kaliber, aber in der Welt der sinnlos waltenden rohen Kräfte bin ich nicht so zu Hause wie in der Psyche der Sanftmütigen, Unscheinbaren mit ihren kleinen liebenswerten Macken. Menschen wie Gregor und sein Hund Waldmeister…»