Richard David Precht: Sei du selbst

prechtPhilosophie war für mich – zumindest in jüngeren Jahren – immer etwas für alte Leute. Nun, die Jahre sind ins Land gezogen – ich interessiere mich seit einiger Zeit für Philosophie. Aber das hat einen anderen Grund als den des Alters.

Die alten Philosophen musste man sich noch regelrecht erarbeiten. Die Lehrer in der Schule haben es uns auch selten schmackhaft gemacht. Aber dann kommt so ein junger Philosoph wie Richard David Precht daher und zeigt uns, dass wir mitten drin sind, in der Philosophie. Sie ist ein Teil unseres menschlichen Daseins.

Früher kann ich den Autor nur durchs Fernsehen. Aber auch da hat er schon schon begeistert und angesteckt mit seiner Leidenschaft. Man merkt ihm das Interesse für – ja einfach Denkprozesse an. Und er kommt überhaupt nicht arrogant daher, ist kein Philosoph, der von Berg herab spricht. Er kommuniziert mit seinen Mitmenschen. Sowohl im TV als auch in seinen Büchern.

Im dritten Band über Philosophie bringt er uns die Gedankenwelt des 19. Jahrhunderts nah. Einer Epoche, die viel schnelllebiger war, als die davor. Precht zeigt auf, womit das zusammenhängt. Und dank seines immensen Wissens und seiner Fähigkeit diese Verknüpfungen deutlich zu machen, wird mir dieses Jahrhundert erst so richtig verständlich.

Mit Precht hat Denken wieder mehr Spaß. Die Lektüre ist eine Stimulation für die Gehirnzellen.

Die ersten beiden Bände muss ich unbedingt noch lesen! Und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten.

 

ISBN 978-3-442-31402-7

Mehr Infos zum Buch gibt es auf derHomepage von RANDOMHOUSE.

 

Inhalt:

Der lang erwartete dritte Band von Prechts vierteiliger Philosophiegeschichte.

Das 19. Jahrhundert revolutioniert die Philosophie! Während aus der Industrialisierung die bürgerliche Gesellschaft hervorgeht, verlieren die Philosophen den Boden unter den Füßen. Ist es überhaupt noch möglich, ein geschlossenes System der Welt zu errichten? In einer Welt ohne Gott und ohne natürliche Ordnung? Vor allem die Naturwissenschaften fordern die Philosophie heraus und beanspruchen die alleinige Deutungshoheit über Wahrheit und Sinn. Denker wie Auguste Comte, John Stuart Mill, Herbert Spencer, Ernst Mach und Charles Sanders Peirce versuchen die Philosophie methodisch auf das Niveau der Physik und der Biologie zu bringen. Doch genau dagegen rührt sich Protest. Für ihre Gegenspieler Arthur Schopenhauer, Sören Kierkegaard und Friedrich Nietzsche ist die Philosophie gerade keine Wissenschaft, sondern etwas ganz anderes: eine Haltung zum Leben!